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Geschichte von Oberbalbach

Wer das Taubertal bei Unterbalbach verlassen möchte, kann in Richtung Osten dem Tal eines kleinen Baches folgen. Nach einer Wegbiegung grüßt ihn in der Ferne der Zwiebelturm einer Kirche. Das dazugehörende Dorf Oberbalbach, eingebettet zwischen Hügeln am Oberlauf des Balbachs gelegen, erreicht man nach vier Kilometern.

Dass die Gegend bereits in der Frühgeschichte besiedelt war, darauf deuten einige Hügel-gräber hin, die auf der Gemarkung im Gewann Jungholz und im Gewann Goldgrube liegen. Doch erst im Jahre 1260 fand das obere Balbach eine urkundliche Erwähnung. Der Ortsname leitet sich von Ballo, dem Führer einer fränkischen Sippe, ab. Das Geschlecht derer von Ballenbach scheint früh erloschen zu sein. Über deren Lehensgüter verfügte späterhin die Grafschaft Hohenlohe.

Durch Schenkungen und Käufe konnte im Lauf der Jahrhunderte der Deutsche Ritterorden im Balbachtal Fuß fassen. 1538 gingen das Schloss Messelhausen und die damit verbundenen Güter in Oberbalbach durch Vererbung an die Freiherren Zobel von Giebelstadt über. Zahlreiche Käufe und Verkäufe von Gütern und Rechten an verschiedene Herrschaften trugen dazu bei, dass die Besitzverhältnisse immer komplizierter wurden. Zeitweilig war die Dorfgemeinschaft in sieben Untertanenverbände aufgespaltet. 1596 hatten sich die Herrschaftsverhältnisse vereinfacht, das Dorf hatte nun noch zwei Herrschaften: die Freiherren Zobel zu Messelhausen und der Deutsche Ritterorden mit Sitz in Mergentheim. Dennoch kam es zu andauernden Streitigkeiten.

Bei einem Prozess vor dem kaiserlichen Kammergericht 1629 wurde Zobel die vogteiliche Obrigkeit über das Dorf zugesprochen. Der Deutsche Orden war anderer Auffassung und Zank und Streit nahmen immer größere Ausmaße an. Besonders bekam das die Dorfbevöl-kerung anfangs des 18. Jahrhunderts zu spüren. Über Jahrzehnte musste sie in einer baufälligen Kirche den Gottesdienst besuchen, bis endlich 1738 eine neue Kirche gebaut werden konnte.

Erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts endete mit der großen politischen Umwälzung durch die napoleonischen Kriege die konfliktreiche Zweiteilung des Ortes. Nach dem Oberbalbach ab 1807 drei Jahre lang teils badisch, teils deutschherrisch bzw. württembergisch war, gehörte das Dorf mit seinen Bewohnern von 1810 an endlich zu einer Herrschaft, nämlich dem Großherzogtum Baden.

Nach der Ablösung der Zehntabgaben durch einen Vertrag mit dem Hause Zobel lagen ab 1843 alle Rechtzuständigkeiten hinsichtlich Kirche, Pfarr- und Schulhaus in der Hand der Gemeinde Oberbalbach. In der folgenden Zeit hatte die Gemeinde schwer an der Abzahlung der Feudallasten zu tragen. Außerdem sorgte eine über mehrere Jahre anhaltende schlechte Witterung für Missernten. So war es nicht verwunderlich, dass die meisten Oberbalbacher Einwohner immer ärmer wurde. Dennoch ließ man sich nicht unterkriegen und verwirklichte Vorhaben, wie den Neubau einer Schule (1850), die Erweiterung der Kirche (1888) und den Neubau eines Pfarrhauses (1894).

Das 20. Jahrhundert brachte der Welt und somit auch dem Dorf grundlegende Verände-rungen. Nach dem 1. Weltkrieg wurde aus dem Großherzogtum Baden ein Freistaat in der Republik Deutschland. Oberbalbach erhielt 1920 elektrisches Licht und einige Jahre später eine öffentliche Wasserleitung. Mit einer schrecklichen Bilanz endete der 2. Weltkrieg: Über 40 junge Männer verloren ihr Leben fern der Heimat, zahlreiche Häuser und Scheunen waren beschädigt. Und wieder wagten die Bewohner zielstrebig einen Neuanfang und verwirklichten zahlreiche zukunftsorientierte und ortsverändernde Baumaßnahmen.

1975 wurde aus der selbstständige Gemeinde Oberbalbach ein Teil der neu entstandene Stadt Lauda- Königshofen.


Aus einem Buch von A. Kimmelmann - zusammengefasst von Barbara Frank-Wohlgemuth


Zeitliche Gesamtübersicht (bis 1975):

Frühgeschichte

Durch Hügelgräber nachgewiesene Besiedelung des nördlichen Höhen-Kammes über Messelhausen und Vilchband durch Kelten um 500 v. Chr.

600 - 800 Die Franken besiedeln die Gegend. Die Sippe des fränkischen Führers Ballo setzt sich im Tal fest.
um 700 Die Gegend wird durch irische Mönche christianisiert.
um 1200 Das Gebiet kommt unter die Herrschaft der Hohenlohe.
1219 Rittergeschlecht von Ballenbach findet Erwähnung in einer Urkunde (Staatsarchiv LB-B249 U3). Sifridus de Ballenbach ist neben weiteren Personen Unterzeichner dieser Urkunde.
1260 Erste urkundliche Erwähnung Oberbalbachs (Staatsarchiv LB- B503 U474). Aus dem Schriftstück ist unter anderem zu entnehmen, dass der Edelknecht Hermann von Oberbalbach einen neuen Hof hat. Im Tal gibt es bereits eine Mühle und im Marstadter Tal pflanzt man schon Reben an.
1348 Aus einer Urkunde diesen Jahres geht hervor, dass den Grafen von Hohenlohe die Kirchenvogtei von Oberbalbach zusteht. Das Dorf besitzt also bereits eine Kirche.
1355 Das Geschlecht der Sützel von Mergentheim setzt sich in Unterbalbach fest und erwirbt im Laufe der Jahre Güter und Rechte verschiedener hohenlohischer Lehensherren.
1438 Am 29. November verkaufen Hans Balthasar und Claus Geyer von Giebelstadt alle ihre Besitzungen in Oberbalbach an den Deutschen Orden.
1525 Bauernkrieg- Bei der großen Schlacht auf dem Königshöfer Turmberg fallen etwa 7000 Bauern. Es ist anzunehmen, dass sich die Bauernschaft des Balbachtales an dem Geschehen beteiligte.
1539 Der Deutsche Orden, der 1525 seinen Sitz nach Mergentheim verlegt hat, beschreibt die verwickelten Verhältnisse in Oberbalbach. Demnach gehören die Untertanen des Dorfes sieben verschiedenen Herrschaftsverbänden an.
1555 Augsburger Religionsfrieden- Oberbalbach ist zu diesem Zeitpunkt schon evangelisch.
1563 Die Pfarrei Oberbalbach kommt als hohenlohisches Lehen an Albrecht von Rosenberg.
1575 Nach der Sonntagspredigt verhauen die Oberbalbacher ihren evangelischen Pfarrer Hans Ziegler. Der Deutsche Orden greift widerrechtlich ein und bestellt einen katholischen Pfarrer. Der Besitzer des Kirchenlehens von Rosenberg wehrt sich. Das Dorf hat bis 1628 evangelische Geistliche.
1583 Die Güter und Rechte, die Wilhelm Sützel in Oberbalbach als hohenlohisches Lehen hatte, gehen an den Freiherrn Johann Zobel von Giebelstadt zu Messelhausen.
1588 Johann Zobel erhält die Lehen des Christoph Sützel.
1590 Die Erben der Sützel in Unterbalbach verkaufen aus ihrem Besitz 37 Morgen Feld in der Oberbalbacher Flur an den Deutschen Orden.
1592 Prozess vor dem kaiserlichen Kammergericht um die Fischereirechte im Forellenbach (Balbach). Die Herren von Zobel und der Deutsche Orden weiten ihren Streit um die vogteilichen Rechte in Oberbalbach aus.
1592 Nachweislich ist ein Mann namens Karl Graber Schulmeister in Oberbalbach. Demnach besteht bereits eine Schule in Oberbalbach. (Der Schulmeister war gleichzeitig Gemeinde- und Kirchendiener. Er wurde von der Gemeinde durch Handgelübde verpflichtet. Zu Pfingsten konnte ihm gekündigt werden.)
1596 Steffan Zobel erwirbt Güter und Rechte, die Konrad von Rosenberg zu Bretzheim und Schüpf im Balbachtal besitzt.
1610 Der Pfarrer von Oberbalbach beschwert sich beim Kirchenlehnsherrn von Rosenberg über das baufällige Pfarrhaus. (Es stand im heutigen Pfarrhof am Fuße des Hanges).
1628 Dreißigjähriger Krieg - Die Heere der evangelischen Fürsten sind besiegt. Der Bi-schof von Würzburg fordert von Albrecht Christoph von Rosenberg die Einsetzung eines katholischen Pfarrers in Oberbalbach. Er beruft sich auf die Zugehörigkeit der Dorfherren - Deutscher Orden und Freiherren von Zobel- zur katholischen Religion. Oberbalbach wird nach eifrigem Religionsstreit katholisch.
1629 Urteilsspruch der juristischen Fakultät der Universität Marburg über Streitigkeiten zwischen dem Deutschen Orden und dem Zobel zu Messelhausen. Im sogenannten "Marburger Kompromiss" erhält Zobel die alleinige Herrschaft über Oberbalbach. Der Deutsche Orden erkennt das Urteil an, hält sich aber in Zukunft keineswegs daran.
1631 Dreißigjähriger Krieg - Die Oberbalbacher müssen während der Besatzungszeit der Schweden wieder evangelisch werden.
1634 Dreißigjähriger Krieg - Die Schweden räumen Süddeutschland. Die Truppen plündern und zerstören auf ihrem Rückzug das Dorf. Die umliegenden Höfe Laubertsbrunn, Riedershof, Täxenheim, Rödelsee und Hagenfeld sinken in Schutt und Asche. Oberbalbach wird wieder katholisch.
1649 Geistliche aus Edelfingen versuchen das Dorf für die evangelische Lehre zu gewinnen. Durch das Eingreifen der geistlichen Räte in Würzburg bleibt das Dorf katholisch.
1652 Oberbalbachs Pfarrer Michael Kaiser wendet sich an den Deutschen Orden, um einen Zuschuss für den Bau eines neuen Pfarrhauses zu erhalten. Der Orden verweist an den Herrn von Zobel, dieser wiederum an den Lehensgeber den Grafen von Hohenlohe.
1665 Die Dorfkirche wird erstmalig in einem Schriftstück erwähnt. Im Dreißigjährigen Krieg war sie weitgehend verschont geblieben, doch nun ist sie in sehr schlechtem Zustand. Die Sakristei ist so baufällig, dass der Pfarrer dort nicht mehr traut, sich umzukleiden. Nach einer erfolgreichen Bettelei der Gemeinde beim Grundherrn kann die Sakristei hergerichtet werden.
1683 Der Einsturz des hölzernen Kirchturmes droht. Wieder wird gebettelt; der Deutsche Orden liefert Baumaterialien. Das Kirchlein wird notdürftig geflickt, doch der Verfall schreitet weiter fort.
1688 Pfälzischer Erbfolgekrieg - Das Balbachtal leidet darunter. Östlich des Dorfes im Flur Froschrain ist das Tal durch Verschanzungen gesperrt.
1699 Der Wirt des "Schwarzen Kreuzes" Martin Michel beschwert sich beim Deutschen Orden. Das Wirtshaus "Zum Schwarzen Kreuz" (es befand sich an der Stelle, an der heute das Bürgerhaus steht) unterstand dem Deutschen Orden, war im Dreißigjährigen Krieg abgebrannt und Jahre später wieder aufgebaut worden. Zobel verbot nun seinen Untertanen den Besuch des "Kreuzes", deshalb ersuchte der Ordenswirt seine Schildgerechtigkeit nachzuweisen.
1720 Pfarrer Steinmüller schreibt an das Hochstift Würzburg über den Zustand der Kirche: "Ist bei neuerlichem Regen so hoch mit Wasser angefüllt, dass die Gemeinde Wasser schöpfte. Es regnet an drei Orten herein. Die Balken sind mürb, so dass man das Holz mit den Fingern abkratzen kann."
1722 Der Bischof von Würzburg erteilt der Gemeinde die Erlaubnis, für den Bau einer neuen Kirche betteln zu dürfen. Zur Sammlung der Spenden gewinnt man Bruder Landwehr aus Neuses. Dieser erbettelt fleißig Almosen in der ganzen Umgebung und bringt so eine ansehnliche Summe zusammen. Der Deutsche Orden stiftet 40 Gulden und verlangt von seinen Untertanen in Oberbalbach eine Steuer von je 3 Gulden.
1723 Der Ordensamtmann vermerkt in seinem Bericht über den Zustand der Kirche: "Sie ist ruinös, dass man fast den Gottesdienst nicht ohne Lebensgefahr verrichten kann." Der Bau der Kirche soll beginnen. Der Freiherr von Zobel ist verärgert über den Deutschen Orden als treibende Kraft. So ist er nicht gewillt, seinen Teil zum Kirchenbau beizutragen. Der Kirchenbau wird vorerst verschoben.
1729 Der Zustand der Kirche ist so schlimm, dass nach längerem Regen die Frösche darin herumhüpfen. Neuerliche Versuche werden unternommen, die Zobelsche Seite zum Beisteuern von 400 Gulden zu bewegen.
1732 Durch ein starkes Hochwasser werden im Dorf einige Häuser weggerissen. Das Dach der Kirche fällt zusammen (15. Mai). Eine Erörterung folgt der anderen, doch es kommt keine Bewegung in die Sache Kirchenbau.
1734 Der Ordensamtmann drängt bei der Ordensverwaltung auf einen baldigen Baubeginn, da die jungen Leute mittlerweile auswärts zum Gottesdienst gehen. Der Bischof von Würzburg fordert, die gesammelten Gelder sofort zu verbauen.
1736 Eine Wand des Langhauses der Kirche stürzt ein und erschlägt einen Mann.
1738 Der Bau der neuen Kirche beginnt endlich. Zur Verfügung stehen 635 Gulden, die Kosten sollen sich auf gesamt 2000 Gulden belaufen. Zobel beteiligt sich ebenfalls. Er stiftet 45 Gulden, stellt Bauholz zur Verfügung und verzichtet auf gewisse Abgaben.
1746 Streitereien bei der Anstellung des Schulmeisters Johann Adam Feder. Zobel lässt Feder aus dem Schulhaus (es lag damals unterhalb des heutigen Gasthauses "Zum Hirschen") werfen. Daraufhin wird Jakob Ströbel aus Beckstein gedingt. Dieser verschwindet noch in diesem Jahr mit einer übel beleumundeten Person aus dem Dorf. Nachfolger wird Adolf Quenzer aus Assamstadt.
1750 Der Schulmeister Adolf Quenzer stirbt. Ihm folgt sein Bruder Josef. Dieser bleibt trotz miserabler Entlohnung zehn Jahre im Dorf. Etwa hundert Kinder sind zu dieser Zeit zu unterrichten. Bei der Schulmeisteranstellung kommt es immer wieder zu Schwierigkeiten zwischen den beiden Herrschaften.
1759 Die zobelschen Untertanen Johann Kimmelmann und Konsorten erheben durch den Würzburger Rechtsanwalt Holzwarth Klage beim Reichskammergericht in Wetzlar wegen Erschwerung der Frondienste. Die Oberbalbacher mussten neben ihren üblichen Abgaben alle möglichen Fuhrdienste für Zobel als Fron verrichten (so beispielsweise als in der Seewiese bei Marstadt zwei Weiher ausgegraben wurden oder als das Schloss in Messelhausen neu gebaut wurde). Über den Ausgang der Klage ist leider nichts bekannt.
1766 Das Dorf hat immer noch kein neues Pfarrhaus. Der Pfarrer wohnt mittlerweile in einem gemeindeeigenen Häuschen (neben dem heutigen Bürgerhaus), das ihm aber aufgekündigt wird. Der neue Pfarrer zieht in ein Bauernhaus hinter der Kirche. Der Bischof von Würzburg droht, falls die Gemeinde kein Pfarrhaus bereitstellen werde, lasse er die Pfarrei mit Unterbalbach oder Oesfeld vereinigen.
1770 An Stelle des alten Pfarrhäuschens wird ein vergrößertes Haus mit Unterkellerung errichtet.
1774 Die bis zu diesem Zeitpunkt in rohem Holz ausgeführten Altäre in der Kirche werden farblich gefasst. Zobel stiftet Geld für die Seitenaltäre. Daraufhin stellt der Deutsche Orden für den Hochaltar ebenfalls einen Beitrag zur Verfügung. Dieser Altar trägt das Standbild des heiligen Georgs, dem Schutzpatron der Ritter. Es ist eine Stiftung des Ordens und wird der Schule des Tilman Riemenschneider zugeschrieben. Der Streit um die Schildwirtschaften flammt wieder aus. Zobel beschwert sich beim Orden, dass der Bäcker Thomas Kraut eine Wirtschaft eröffnet habe. Er erhebe seinen Einspruch, da es seit unvordenklichen Zeiten nur eine Schild-wirtschaft gegeben habe und zwar die zobelsche "Zum Schwarzen Adler". Die Gewährung der Schildgerechtigkeit stehe aber nur ihm als Vogtherrn zu.
1775 Die Kirchenorgel wird beschafft.
1780 Ein Hochwasser ruiniert viele arme Leute.
1786 Das Ordensamt Balbach zählt in diesem Jahr in Oberbalbach 35 Bürger.
1805 Teile der französischen Armee durchziehen im Krieg gegen Österreich die Gegend.
1806 Durch die Gründung des Rheinbundes unter dem Protektorat von Kaiser Napoleon werden die Besitzungen der reichsunmittelbaren Ritterschaft aufgehoben und den Staaten zugeteilt, auf dessen Gebiet sie jeweils liegen. Bayern will die zobelschen Gebiete an sich reißen. Der Großherzog von Baden legt Protest ein. Die Gebiete des Deutschen Ordens fallen an das Königreich Württemberg.
1807 Die zobelschen Herrschaftsgebiete werden dem Großherzogtum Baden zugeteilt.
1809 Die Württemberger wollen die Stadt Mergentheim, in der sich noch immer der Sitz des Deutschen Ordens befindet, übernehmen und schicken ein Militärkommando. Dieses wird von den Mergentheimern entwaffnet. Drei Tage später rücken württembergische Truppen auf die Stadt zu. Die Aufständischen suchen in den umliegenden Dörfern Hilfe. Eine größere Zahl Oberbalbacher geht bewaffnet nach Mergentheim. Oberbalbach wird von württembergischen Soldaten umstellt. Fünfzehn Einwohner werden verhaftet. Der Aufstand in Mergentheim wird niedergeschlagen. Drei Oberbalbacher werden durch das eingesetzte Martialgericht (Kriegsgericht) zum Tod durch Erschießen verurteilt. Zehn weitere Oberbalbacher- badische Unter-tanen- erhalten Zuchthausstrafen bis zu einem Jahr.
1809 Für das Haus, das 1805 im Garten auf dem großen freien Platz in der Dorfmitte gebaut wurde, wird die Schildgerechtigkeit erwirkt; somit ist das Gasthaus "Zum Hirschen" entstanden. (Das Haus in der heutigen Form wird 1877 gebaut.)
1810 Die württembergischen Teile Ober- und Unterbalbachs werden gegen Edelfingen ausgetauscht, somit sind nun beide Balbach- Orte ganz badisch.
1814 Das Dorf muss durchziehende russische Truppen beherbergen und verpflegen.
1826 Der Weidetrieb des Viehs durch Hirten wird durch die Gemeinde eingestellt.
1833 Das Gesetz vom 15. November erklärt alle Zehnten für ablösbar.
1835 Am 19. Juli ergießt sich ein verheerendes Gewitter über das Dorf. Die augen-blicklich hereinstürzenden Wasserfluten reißen drei Häuser, drei Scheunen und fünf Ställe weg, acht Häuser werden stark beschädigt. Viele Häuser sind mit Schlamm und Steinen angefüllt. Das Dorf hat sechs Tote zu beklagen. Der Laubertsbrunner Hof, dessen Ackerland nach der Vernichtung im Dreißig-jährigen Krieg aufgeteilt wurde, wird endgültig aufgegeben.
1838 Der Friedhof um die Kirche wird außerhalb des Dorfes gelegt.
1843 Zum 1. Januar ist die Zehntabgabe offiziell beendet. Die Gemeinde zahlt an Zobel ein Ablösekapital.
1850 Das heutige Schulgebäude wird errichtet.
1870/71 Neun Oberbalbacher leisten Heeresdienst im Krieg des Deutschen Reiches gegen Frankreich.
1888 Erweiterung der Kirche. Das Kirchenschiff wird nach Westen verlängert.
1890 In der Kirche werden die alten barocken Altäre beseitigt und durch neue klassi-zistische ersetzt. Einzig die Kanzel und das Standbild des Heiligen Georg bleiben von dem Feuer verschont, das Pfarrer Heilig 1992 auf der Löffelstelzer Höhe entfachen lässt, verschont.
1894 Bau des heutigen Pfarrhauses.
1904 Umbau des Wirtshauses "Zum Schwarzen Kreuz" zu einem Rathaus.
1906 Gründung des Gesangverein Eintracht Oberbalbach
1918 Ende des 1. Weltkrieges - Für die gefallenen Oberbalbacher Soldaten wird ein Kriegerdenkmal errichtet.
1920 Das Dorf bekommt elektrischen Strom.
1927 Gründung der Musik- und Feuerwehrkapelle.
1928 Die Gemeinde baut eine öffentliche Wasserversorgung.
1930 Ein neues Kindergartengebäude wird am Südhang dem "Reuter" errichtet.
1936 Renovierung der Kirche.
1945 Bei den Gefechten gegen Ende des 2. Weltkrieges werden an Ostern 10 Gehöfte zerstört. Die amerikanischen Truppen besetzen das Dorf einige Wochen lang.
1948 Gründung des Sportvereins, Wiederbelebung des Gesangvereins.
1953 Das Kriegerdenkmal wird neu geweiht. Es musste um 49 Namen erweitert werden.
1955 Einweihung des Sportplatzes.
1964 Beginn einer langjährigen Renovierung der Kirche.
1968 Gründung der "Balbachtaler Musikanten"
1974 Bau der Turnhalle.
1975 Im Zuge der Gebietsreform in Baden-Württemberg verliert Oberbalbach seine Selbstständigkeit. Es wird ein Stadtteil von Lauda-Königshofen.

Quelle: Barbara Frank-Wohlgemuth an Hand des Buches von A. Kimmelmann

 
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